'Projekt Polarpinscher' ist geboren

03.05.11

Das Abenteuer Norwegen beginnt mit einer Email... man bittet um ein telefonisches Interview.

 

05.05.11

Ich schwitze Blut und Wasser: gleich das allererste 'Bewerbungsgespräch' auf Englisch. Ich telefoniere also eine gute Stunde mit Kristoffer und David.

 

12.05.11

Ich werde nach Kirkenes, Norwegen eingeladen.

 

 

19.05.11

Abflug in Frankfurt um 12.40.

3 Stunden rumsitzen in Oslo. Es ist T-Shirt Wetter.

17.55 Ablug in Oslo.

Ankunft in Kirkenes um 20.00. Es ist dicht bewölkt und eisig kalt. Auf den Seen ist noch Eis und stellenweise liegt neuer Schnee auf den Hügeln.

 

 

Ich werde von David abgeholt, standesgemäß für einen Geologen mit fettem und total vermatschten Pick-up.

Wohnen werde ich für die Zeit meines Aufenthaltes in der Arbeiterunterkunft. Eine rot angestrichene Baracke, die genauso viel Charme hat wie die Mischung aus Schutt- und Müllhalde vor meinem Fenster. Ich bekomme ein Zimmer (mit Blick auf besagte Müllhalde) mit einem Bett, einem Schreibtisch und eigenem Bad!!! Dabei hatte ich mich doch schon so auf Klo und Dusche auf dem Gang gefreut, die schätzungsweise ohne mich zu 100% von Männern benutzt werden! ;-) Es gibt auch WLAN, leider nutzt mir das ohne Laptop herzlich wenig.

Erste Zweifel machen sich bemerkbar. Warum wollte ich noch gleich unbedingt nen Job in Norwegen?

 

Ich breche auf um mir Kirkenes anzuschauen. Sehr angenehm weil es spät abends noch hell ist. Im Hafen rosten ein paar Schiffsleichen vor sich hin, die Fußgängerzone ist zu Ende bevor man sie bemerkt hat und der Charme des Städtchens kann mit dem der Baracke konkurrieren.

 

Ich gehe also wieder zur Unterkunft zurück, entdecke dabei ein paar Knospen an den Bäumen und glaube ganz fest an den Frühling.

 

In der Kantine darf sich jeder nach Belieben bedienen; ich falle über Käsebrot und Müsli her. Danach gehe ich nach einer viel zu kurzen Dusche ins Bett obwohl ich noch gar nicht müde bin. Ist schließlich noch hell draußen.

 

Kirkenes bei Tag
Kirkenes bei Tag
Kirkenes bei Nacht
Kirkenes bei Nacht

 

20.05.11

Ich wache mehrfach auf während der Nacht, weil ich ständig Angst habe zu verschlafen. Das Zeitgefühl geht völlig verloren, wenn plötzlich die Dunkelheit fehlt. In den frühen Morgenstunden erwacht die Baracke zum Leben. Ich kann jeden Fußtritt auf dem Flur und jede Aktivität im Nachbarzimmer hören. Toll!!!

Um kurz vor 8 werde ich abgeholt. In einem der Bürogebäude habe ich ein längeres Gespräch mit einer sehr netten Frau und meinem zukünftigen Chef David.

Nach dem Gespräch fahren wir zur Mine. Ich bekomme eine Rundfahrt mit vielen Infos rund um den Abbau. Am Horizont sieht man große Schornsteine qualmen. Sie gehören zur russischen Stadt Nikel. 

Landschaftlich stellt es hier alles in den Schatten. Gigantisch!!!

 

aktueller Abbau
aktueller Abbau
Bohrgerät
Bohrgerät
hübsche Steine haben wir
hübsche Steine haben wir

 

Nachdem ich alle Geologen kennen gelernt habe fragt man mich, ob ich den Job haben möchte! Klar will ich, und wie! Am 6. Juni geht es also los!

 

Zum Abendessen bin ich zusammen mit meiner neuen Kollegin Sandra (Geologin aus Schweden) bei David und seiner Frau Nine eingeladen. Nine hat frischen Fisch mit grünem Spargel und Kartoffeln gekocht. Was ein Glück dass ganz frischer Fisch nicht wirklich nach Fisch schmeckt und wie gut, dass grüner Spargel nicht weiß ist. :-) Es wird ein schöner und gemütlicher Abend im kleinen Kreis dem hoffentlich bald weitere folgen werden.

 

21.05.11

Diese Nacht habe ich deutlich besser geschlafen und bin trotzdem hundemüde als der Wecker klingelt. Um 8 werde ich von David abgeholt. Im Büro ist kurz Zeit um Emails zu lesen. Zu meiner großen Freude ist Devil gerade zum 2. Mal Papa geworden.

Anschließend treffen wir Sandra und tüfteln einen Dienstplan aus. Herrlich leicht: Wir 3 diskutieren über unseren Dienstplan. Alles ist gut solange einer erreichbar ist.

Danach fahren wir raus in die Mine, also den Steinbruch. Sandra und David machen sich Gednken über die neuen Bohrlöcher.

Nach dem Mittagessen mit Sandra und einem netten Finnen, dessen Namen ich vergessen habe, holt mich NIne zu einer Stadtführung ab. Sie zeigt mir die Innenstadt (womit sie sehr schnell fertig ist) und das Industriegebiet mit den großen Supermärkten. Danach machen wir einen ausgedehnten Spaziergang im Wald hinter dem langsam dahinschmelzenden Schneehotel. Die Sonne scheint, der Himmel ist fast wolkenlos und die Idee, eine Weile hier zu sein gefällt mir immer besser.

 

 

Nach unserem Ausflug habe ich in der Baracke Zeit zum Essen und Lesen... und um einen internetfähigen Computer zu vermissen...

Den restlichen Abend verbringe ich bei David und Nine vor dem PC um Informationen für die Anreise per Auto zu sammeln. Dazu gibt es frisch gebackene Blaubeermuffins.

 

22.05.11

Um 11.30 geht mein Flieger zurück.

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