Die ersten Tage

 

06.06.11

Um 7.30 Uhr treffe ich mich mit David in Kirkenes. Ich muss eine Sicherheitseinweisung über mich ergehen lassen und werde anschliessend eingekleidet. Den Rest des Tages habe ich zur freien Verfügung.

Zurück in Sollia machen wir uns einen kleinen Mittagssnack und fahren nach Kirkenes, um am See spazieren zu gehen.

 

 

Auf dem Rückweg kaufen wir fürs Abendessen ein und wagen einen Blick auf meine neue Wohnung – ein Neubau mit Gerüst und emsigen Bauarbeitern. Morgen sol lich einziehen…

 

 

07.06.11

In der Hoffnung, dass ich den Schlüssel für die Wohnung holen kann, stehen wir zeitig auf. Endlich ein Anruf von David. Leider kann ich immer noch nicht einziehen, weil immer noch nicht fertig. Ein Problem bahnt sich an, denn ich muss zur Arbeit und darf die Jungs nicht alleine in der Hütte lassen. Da wir früh genug dran sind fahren wir vor dem Flughafen noch nach Kirkenes, um mein neues Handy abzuholen. Alles was jetzt noch bleibt ist die Fahrt zum Flughafen. Ein Kloss macht sich in meinem Hals breit und es kullern ein paar Tränen zum Abschied. Nun sind die Jungs und ich sowohl allein als auch heimatlos. Ich fahre zur Arbeit, Hunde bleiben im Auto.

Mittags ein Anruf, wir haben eine Wohnungsbesichtigung am Nachmittag. Das Ergebnis ist niederschmetternd, nichts ist fertig, verspricht aber zumindest sehr hübsch zu werden. Ich werde mal wieder im Keller wohnen, habe ein grosses Wohnzimmer, ein kleines Schlafzimmer, ein grosses Bad, eine Küche und eine Abstellkammer, die genau zu meiner Box past.

Der Vermieter bietet mir an, dass ich die Jungs bei ihm lassen kann über Tag. Angeleint an einer Laufleine im Garten. Ich habe Bauchweh bei dieser Vorstellung, habe aber nicht wirklich viele Alternativen. Hoffentlich wird das gehen für diesen einen Tag.

Als ich dann später zurück in die Hütte komme fühle ich mich sehr verlassen. Keine Mama mehr da. Alles unwohnlich, weil alles in Tüten verpackt auf einen schnellen Umzug wartet. Fluchtartig verlasse ich die Hütte und gehe mit den Hunden in den Wald. Anschliessend koche ich mir Nudeln im Wasserkessel, aber allein wollen sie nicht recht schmecken. Das Wetter passt zur Stimmung, es ist unheimlich drückend und düster. Ab und zu ein Regenschutt.

Ein Telefonat mit Timo wirkt ein kleines Wunder und alles ist nur noch halb so schlimm.

 

 

08.06.11

Da es die ganze Nacht geregnet hat und der Tag nicht besonders vielversprechend anfängt entscheide ich mich dagegen, die Jungs beim Vermieter zu lassen. Müssen sie halt wieder im Auto bleiben.

Nach einem sehr anstrengenden Tag mit Blasen an den Füssen fahre ich zur Wohnung. Keiner da. Ich rufe den Vermieter an. Die Wohnung ist morgen fertig und ich soll ruhig schon Sachen vorbei bringen. Ich fahre also ein letztes Mal zurück nach Sollia, koche Nudeln im Wasserkessel und packe mein Auto voll bis unters Dach.

 

 

Auf dem Weg nach Hesseng mache ich einen Gassi-geh-Stopp im Regen.

Zurück in der Hütte dusche ich ein letztes Mal, wer weiss wann ich das nächste Mal duschen kann. Vom Klo mal ganz abgesehen…

 

 

09.06.11

Ich stehe sehr früh auf und putze meine Hütte. Mit einem weiteren Auto voll Zeug fahre ich zur Mine. Dort habe ich um 7.15 eine zweite Sicherheitsbelehrung. Zur Mittagspause fahren Sandra und ich nach Kirkenes um Organisatorisches zu erledigen. Ich fahre danach direkt weiter zum Tierarzt. Dort zahle ich 250NOK (ca. 32€) dafür, dass ich meine selber mitgebrachte Wurmkur den Hunden eigenhändig verabreicht habe. Frechheit!!!

Mittags nach dem TA bringe ich mein Zeug in die Wohnung. Dort sieht es weiterhin aus wie im Krieg. Ein Klo ist immer noch nicht installiert. Das warme Wasser selbstverständlich auch nicht.

In der Firma passiert nicht mehr viel. Ich werde von Lawrence zum Barbecue eingeladen. Nach der Arbeit stelle ich also fest, dass es immer noch keine Klo-Fortschritte gibt und mache einen Spaziergang bevor ich zu Lawrence flüchte.

 

Manchmal ist es ganz schoen windig
Manchmal ist es ganz schoen windig

 

Ein sehr netter und multikultureller Abend: Schweden, Dänemark, Holland, England, Polen, Finnland und Deutschland sind vertreten… und kein einziger Norweger!

Als ich zuhause ankomme ist die Überraschung gross. Es ist alles aufgeräumt, geputzt, es gibt warmes Wasser und ein Klo.

 

 

10.06.11

Auf der Arbeit bin ich viel mit Sandra im Gelände unterwegs. Die Jungs sind allein daheim. Ich habe alles mögliche an Zeug aufs Bett gestellt, damit es nicht in Beschlag genommen wird.

Ich bekomme eine Internetdose, bin aber fürs erste zu blond, um das Internet zum laufen zu bringen…

 

 

11.06.11

Das Internet geht ohne Probleme. Man muss nur wissen wie und darf nicht zu kompliziert denken.

Wegen Pfingesten haben alle Geschäfte schon früher geschlossen. Da ich nichts mehr einkaufen kann gibt es abends bei Lawrence Hamburger mit Pommes und nen Film.

 

 

12.06.11

Heute fangen wir später an, es ist schliesslich auch in Norwegen Sonntag. Es ist eisig kalt.

Die Hunde haben mittlerweile auch das Sofa erobert und nach langen Arbeitstagen oder Spaziergängen wird dort sehr gern gekuschelt.

 

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