Urlaub in Grong

 

29.Juli - Freitag

Nach der Arbeit ist es endlich soweit - um 15.45 ist das Auto gepackt und ich bin startklar. Die Reise nach Grong kann losgehen. Direkt an der finnischen Grenze wird das Auto mit günstigem Diesel betankt. Als Zeit fürs Abendessen ist halte ich an einem Parkplatz am Inari-See. Ein paar Kilometer weiter ist der Parkplatz, wo wir auf der Hinfahrt Rast gemacht haben. 


 

Hinter jeder Kurve lauern Rentiere, die mal mehr und mal weniger selbstmord-gefährdet sind. Das Fahren ist so sehr anstrengend.

In Sodankylä (Punkt B auf der Karte) versuche ich die Abendstimmung einzufangen.

 

 

30. Juli - Samstag

In den frühen Morgenstunden passiere ich die schwedische Grenze. Bis Luleå bleibe ich auf der E4, dann nehme ich die 94 Richtung Westen. Mittlerweile ist es wieder Zeit für den Sonnenaufgang - noch sind die Nächte sehr kurz und nicht richtig dunkel (Punkt D).

 

 

Gegen 5 Uhr versuche ich ein bißchen zu schlafen. Nach einer 3/4 Stunde bin ich wieder wach und weiter geht die Reise. In Sorsele vertraue ich ganz auf google und fahre eine Straße, die nicht auf meiner Landkarte eingezeichnet ist. Als ich auf die E12 in nördlicher Richtung biege kommen alte Erinnerungen hoch - den Blå vägen (so heißt dieser Abschnitt) bin ich vor 3 Jahren schon einmal gefahren.

Kurze Zeit später überquere ich die norwegische Grenze und quäle mich die letzten Stunden bis zum Ziel. Über ein Liter Energydrink hat mich zuverlässig wach gehalten, aber da mein Körper keine Erfahrung mit Coffein hat, fühle ich mich entsprechend 'ferngesteuert'.

Um 13.45 bin ich nach 22 Stunden Fahrt endlich angekommen.

 

Haus Nynes Gård
Haus Nynes Gård
Ein seltenes Bild: Stefans und mein Auto nebeneinander in Norwegen!!! Wer hätte das gedacht?
Ein seltenes Bild: Stefans und mein Auto nebeneinander in Norwegen!!! Wer hätte das gedacht?

 

Nach einem kurzen Spaziergang siegt die Müdigkeit und ich mache freiwillig einen Mittagsschlaf.

 

Außer Stefan und Timo wohnen noch 3 norwegische Studenten hier, die ein paar Wochen mit den Jungs zusammen arbeiten: Linn und Christine aus Trondheim und Patrick aus Tromsø.

Abends grillen wir gemeinsam. Aber lange halte ich nicht lange durch und falle früh ins Bett.

 

v.l.: Timo - Christine - Linn - Blue - Stefan - Patrick
v.l.: Timo - Christine - Linn - Blue - Stefan - Patrick
Lecker!
Lecker!

 

31. Juli - Sonntag

Heute wird ausgeschlafen. Nach einem späten Frühstück fahren wir alle zusammen zu einem nah gelegenen Wasserfall, wo Stefan, Linn, Patrick und Blue begeistert reinhüpfen.

 

Stefan und Patrick
Stefan und Patrick

 

Devil schaut lieber zu, ihm ist es wohl nicht warm genug um sich zum Schwimmen zu überwinden.

 

 

Während noch fleißig geschwommen wird gehen Timo und ich mit den Jungs spazieren. Schneller als wir gucken können macht Devil der Rasse Pinscher alle Ehre und tötet in Sekundenbruchteilen einen Lemming.

 

01. August - Montag

Ich fahre mit ins Gelände um mir mal einen Überblick über die Arbeit vor Ort zu verschaffen und um mich zu überzeugen, dass es in Kirkenes viel schöner ist! Nur Wald und Gestrüpp.

In der Gegend gibt es einige Bären. Wir sehen natürlich keinen, nur die Hinterlassenschaften. Und ich trete natürlich volle Kanne in eine Portion 'bear-pooh' rein.

Der Tag war recht warm und es die Tour durchs Gelände war anstrengend, deshalb wollten wir eigentlich früh ins Bett gehen... Als Timo und ich von der letzten Hunde-Runde zurück kommen steht Perrys Auto vor der Tür. Perry war vor 3 Jahren Chef in der Firma, wo Stefan und ich den Sommer über gearbeitet haben und ist jetzt wieder Chef. Es gibt viel zu besprechen und Perry hat einiges an Ausrüstung mitgebracht. Unter anderem auch unsere alte Gesteinssäge.

 

02. August - Dienstag

Heute fahre ich nicht mit ins Gelände sondern bleibe mit Devil daheim. Wir geniessen die Sonne und sind faul.

Mittags kommen Stefan und Christine heim um sich passendes Werkzeug zu holen, um eine der Zufahrtsstraßen in die Arbeitsgebiete zu reparieren. Ich schließe mich an. Wir fahren also von Schlagloch zu Schlagloch und die Hunde dürfen neben dem Auto herlaufen. Devil hat einen riesen Spaß daran, das Auto mit einem fetten Grinsen im Gesicht zu überholen!

 

Den restlichen Nachmittag und Abend sind wir wieder faul - außer Linn, sie kocht heute.

 

Ganz schön vielseitig so ein Pincher
Ganz schön vielseitig so ein Pincher
Typisch Blue - er hilft beim Schuhe anziehen!
Typisch Blue - er hilft beim Schuhe anziehen!
Devil hat ma wieder ne ganz schön große Klappe
Devil hat ma wieder ne ganz schön große Klappe
Christine und Blue
Christine und Blue
Die ganze Truppe: Timo - Christine - Stefan - Linn - Patrick
Die ganze Truppe: Timo - Christine - Stefan - Linn - Patrick
Unser Mitbewohner - Der Kopf ist größer als die Hunde
Unser Mitbewohner - Der Kopf ist größer als die Hunde

 

03. August - Mittwoch

Ich fahre heute Richtung Schweden bis zu dem kleinen Ort Nordli. Dort gibt es einen sehr netten Andenkenladen. Ich finde einen kleinen Pfad zum spazieren gehen. Nicht besonders schön. Der größte Teil der Strecke führt durch Morast. Die Aussicht auf dem Berg ist auch nicht besonders toll. Man könnte denken man wäre in Österreich. Nicht grade das was man sich spontan vorstellt, wenn man an Norwegen denkt.

Devil tötet einen weiteren Lemming. Entweder bin ich zu langsam oder Devil ist verdammt schnell.

Abends kommt Perry vorbei und erzählt und erzählt. Es wird ziemlich spät bis er fährt und somit gibt es keinen netten letzten gemeinsamen Abend. Nicht nur ich muss wieder zurück, auch Patrick und Linn haben wieder Uni.

 

04. August - Donnerstag

Nach dem Frühstück fliegen alle Geologen und die, die es mal werden wollen aus. Ich packe alles ins Auto und mache mich um 11.20 auf den Weg nach Hause. In Grong halte ich am Supermarkt, ich brauche noch Energydrink und außerdem hat der kleine Sportladen eine Prozente-Aktion. Im Sportladen treffe ich Timo und Stefan. Einerseits schön, andererseits bringt es einen weiteren Abschied mit sich. Und mit jedem Abschied wird es irgendwie immer schwerer. Den ersten Teil der Fahrt würde ich am liebsten wieder umdrehen.

Der erste Abschnitt durch Norwegen ist 252 km lang und mit Einkaufen brauche ich 5 Stunden. An jeder Ecke halte ich an um Fotos zu machen. Das Wetter ist herrlich.

 

Majavatn (Punkt F)
Majavatn (Punkt F)
Am Krutvatnet kurz vor der schwedischen Grenze (Punkt E)
Am Krutvatnet kurz vor der schwedischen Grenze (Punkt E)

 

In Schweden schlägt das Wetter dann um und es gibt ein paar sintflutartige Schauer.

Später am Abend komme ich wieder zu der Stelle, wo ich den schönen Sonnenaufgang auf der Hinfahrt fotografiert habe (Punkt D).

 

 

Die Strecke durch Schweden ist 541 km lang und ich brauche 7.5 Stunden. Um 23.50 passiere ich in Haparanda die Grenze zu Finnland. Schade dass ich immer nachts hier bin. Es gibt einen Outlet-Laden für Outdoor-Klamotten. Ein Vorteil ist, dass ich vermutlich viel Geld gespart habe. :-)

 

05. August - Freitag

Ein Stück vor Rovaniemi steht im Gebüsch eine Elchkuh mit Zwillingskälbern. Ich mache eine Vollbremsung, setze zurück und zücke die Kamera. Doch die Elche sind mißtrauisch und ziehen sich zu schnell in den Wald zurück.

20 km südlich von Rovaniemi überkommt mich die Müdigkeit und ich versuche mein Glück mit Schlafen. Nach ca einer halben Stunde bin ich wieder wach und die Sonne ist grade aufgegangen.

 

 

Da die Sonne direkt vor mir steht ist es sehr anstrengend zu fahren. Stellenweise erschweren zusätzlich dicke Nebelbänke die Sicht und ich fahre teilweise fast blind. Bei Rovaniemi (Punkt C) fällt das Thermometer auf -1.5°C.

 

Blick auf Rovaniemi
Blick auf Rovaniemi

 

Bei Ivalo haut mich die Masse an Energydrink in Kombination mit der Müdigkeit um. Ich halte an einer Tankstelle, mein Kreislauf ist im Keller, ich vibriere am ganzen Körper. Ich kaufe mir ein kleines Frühstück und danach geht es mir wieder besser. Ich versuche abermals zu schlafen, doch der Coffeinschock lässt nicht zu, dass ich meine Augen geschlossen halten kann. Also weiter, es ist ja nicht mehr weit...

Kurz vor der norwegischen Grenze tanke ich und versuche einen großen Einkauf zu machen. Ich bin so müde, dass ich die Hälfte vergesse, obwohl ich den Einkaufszettel mit im Laden habe. Nach 597 km und 10.5 Stunden passiere ich zum zweiten Mal die norwegische Grenze.

Jetzt sind es nur noch 49 km; nach 45 Minuten bin ich endlich daheim. Insgesamt ist ein Weg 1442 km lang.

 

Nun bin ich doch neugierig, was in meiner Abwesenheit in meiner Wohnung alles passiert ist. Mein Vermieter hatte versprochen, die restlichen Sachen während meiner Abwesenheit zu erledigen. Es ist nix passiert... weder draußen noch drinnen. Zusätzlich dass nix passiert ist, fehlen alle meine Stühle und mein Klopapier. Ich besuche meinen Vermieter und möchte mein Klopapier zurück. Er erklärt mir, dass es einen Wasserschaden gab und Teile meiner Wohnung unter Wasser standen. Darüber hat er völlig vergessen, die restlichen Dinge fertig zu stellen.

Meine Ungehaltenheit zeigt sofortige Wirkung und eine Stunde später habe ich Klopapier, einen provisorischen Duschvorhang und 4 Stühle. Bei der Duschtür gibt es wohl weiterhin Lieferschwierigkeiten... Trotzdem kann ich meine Luxusdusche nun in vollem Umfang geniessen und die Beregnungsfunktion von oben nutzen, ohne das ganze Bad nass zu machen.

 

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