Kurztrip zum Nordkapp

11.09.2011

Endlich ist es soweit. Seit 3 Jahren möchte ich unbedingt hoch zum Nordkapp. Da uns ein langer Weg bevor steht, nutzen wir das schöne spätsommerliche Wetter zu einem großen Spaziergang.

 

 

Mein Hausberg
Mein Hausberg

 

 

12.09.2011

Wir stehen um 6 auf, packen das Auto und beginnen die Reise mit einem Abstecher nach Finnland zum Tanken.

Wir fahren die große E6 bis Tana bru und biegen auf die Rv98 in nördlicher Richtung ab. Diese kleine Straße führt durch karge Einsamkeit und hat ihren ganz besonderen Reiz. Auf eine Autopanne sollte hier jedoch verzichtet werden!

 

 

 

 

Am Silfar-Canyon nutzen wir die schöne Landschaft zum Beine vertreten. Der Fluß hat leuchtend grünes klares Wasser und ist erstaunlich tief. Ein herrlicher Flecken Norwegen, den wir nicht mit anderen Touristen teilen müssen heute.

 

 

 

Der nächste Halt ist in Roddenes (20 km nördlich von Lakselv). Hier gibt es einen geologischen Wanderweg. Bei starkem Wind und Nieselregen laufen wir den rot angemalten Holzpfosten hinterher.

 

Ein kleiner Dumbo!
Ein kleiner Dumbo!

 

Anfangs etwas langweilig wird der Pfad bald interessanter und wir laufen am Strand entlang mit schöner Aussicht auf die Landzunge Richtung Norden. Auf Devils Konto gehen 2 weitere Lemminge... er kann seine Ursprünge als Rattenfänger nicht leugnen. Blue interessiert sich rein gar nicht für die kleinen Nager, er planscht lieber im Porsangerfjord! :-)

 

 

 

In Lakselv verlassen wir die Rv98 und fahren wieder auf der guten alten E6 bis Russin. Die E6 zweigt ab Richtung Alta und die E69 bringt uns immer weiter in den Norden.

 

 

Schnappschuß während der Fahrt
Schnappschuß während der Fahrt

 

Um letztendlich auf die Insel Magerøya zu gelangen führt kein Weg an dem 8 km langen untermeerischen Tunnel vorbei. Wir zahlen 192NOK und dürfen passieren. Die Landschaft hat sich merklich verändert. Es gibt so gut wie gar keine Bäume mehr. Wir sind wirklich in der arktischen Tundra angekommen.

 

Um 19.30 kommen wir in unserem Hostel in Honningsvåg an. Nicht besonders hübsch, aber im Verhältnis zu anderen Unterkünften preiswert, funktional und sauber. Und nett war die Dame an der Rezeption auch noch! Was will man mehr?

 

 

13.09.2011

Als wir aufstehen stürmt und nieselt es, genau wie vorhergesagt. Ab Mittag soll es aber schön werden. Wir lassen uns also Zeit beim Frühstück und starten um 11 Richtung Kapp.

Um die Zeit bis zum guten Wetter zu überbrücken besuchen wir zuerst das Fischerdorf Gjesvær mit Blick auf die Vogelinsel. Der Weg dorthin ist grandios: Weite Landschaft, nichts als Steine und ein bißchen Gras. Keinerlei Bäume und Sträucher.

 

 

 

 

Überall tummeln sich Rentiere, denen teilweise der blutige Bast in Fetzen vom Geweih hängt. Wir können nach Lust und Laune anhalten und Fotos machen. Keine anderen Autos unterwegs; die Touris sind verschwunden.

 

 

 

 

Der Himmel klart auf und wir gehen in Gjesvær spazieren.

 

 

Gjesvær
Gjesvær
Im Hintergrund der Vogelfelsen
Im Hintergrund der Vogelfelsen
Der einzige richtige Baum auf der Insel
Der einzige richtige Baum auf der Insel

 

 

Nach dem Spaziergang fahren wir weiter. Die Landschaft sieht aus wie eine Mischung aus Island und der Mongolei.

 

 

 

 

Heute werden die roten Straßenmarkierungs-Pfosten für den Winter gesetzt. Diese Pfosten sind aber nicht ausschließlich dafür da, die Fahrbahn bei Schnee, Dunkelheit und Sturm zu markieren...

 

 

 

 

Als wir an den Nordkapp-Kassenhäuschen ankommen erleben wir eine schöne Überraschung: Keiner mehr da, der den Touris das Geld aus der Tasche zieht. Der Parkplatz ist trotz freiem Eintritt fast leer und somit tummeln sich nur sehr wenige Menschen auf dem Felsen mit der obligatorischen Weltkugel. Wir können also bei schönstem Wetter und viel Wind in aller Ruhe Fotos machen.

 

 

Das echte Nordkapp
Das echte Nordkapp

 

 

Natürlich darf das Shoppen im Souvenir-Laden nicht fehlen. Netterweise hat der noch geöffnet, während sonst fast alles ausgestorben ist. Wir können also ganz unbesorgt unser Geld dort lassen. Den letzten Kinofilm des Tages haben wir leider verpasst. Dafür haben wir den Rest des Gebäudes erkundet. Man hat einen ziemlich langen Tunnel gebaut mit Kapelle und Bar, der unterhalb der Aussichtsplattform in der 'Kings View' Terrasse endet.

Nachdem wir uns ausreichend über die Abwesenheit von anderen Menschen gefreut haben fahren wir nach Skarsvåg - eine weitere Sehenswürdigkeit wartet auf uns. Nach kurzer Wanderung kommen wir zum Kirkeporten, einer sehr interessant verwitterten Felsbrücke. Das Gestein ist wild gefaltet und es ist ein Torbogen herausgewittert. Im richtigen Winkel kann man durch dieses Loch das Nordkapp sehen.

 

 

 

 

Wir bleiben eine ganze Weile hier und geniessen die Aussicht. Den Rückweg zum Auto dehnen wir mit einem kleinen Umweg aus.

 

 

 

 

Bevor wir ins Hostel zurückfahren machen wir einen kleinen Abstecher rüber in die City von Honningsvåg. Damit wir wenigstens dort auch mal gewesen sind. :-)

 

 

 

 

14.09.2011

Nach einer unruhigen Nacht (Blue hatte abends einen über den Durst getrunken und musste mal für kleine Jungs) quälen wir uns aus dem Bett, damit wir noch was vom Frühstück abbekommen. Anschließend wird gepackt. Erst um 11 Uhr können wir losfahren. Die endlos lange Rückfahrt wird durch einen Spaziergang zum Trollholmsund unterbrochen. Der Legende nach hatten es ein paar Trolle nicht rechtzeitig vorm Sonnenaufgang in ihre Höhlen geschafft und sind versteinert. Das Licht ist sehr schön und man hört nichts außer Wasser, welches an die Felsen schwappt.

 

 

Dolomit-Trolle
Dolomit-Trolle

 

 

Bei Lakselv muss Timo bei einer routinemäßigen Alkoholkontrolle mitmachen. Lange dauerts nicht und wir können weiterfahren. Wir folgen der E6 in südlicher Richtung bis Karasjok. Überall nur Wald. Farblich recht nett anzuschauen, aber ansonsten langweilig. Kurz hinter Karasjok verlassen wir Norwegen und kürzen durch Finnland ab. Wir haben Glück und es liegt noch eine geöffnete Tankstelle auf dem Weg.

Auf dem letzten Stück Straße durch den Wald zählt Timo 6 Elche. 3 Davon auf der Straße.

Um 20.30 kommen wir schließlich müde daheim an.

 

FAZIT: September ist eine super Zeit um Norwegen zu bereisen. Auch, oder grade, den nördlichen Teil. Kaum noch Touristen unterwegs und das Wetter kann super sein. Nicht ohne Grund wird davon abgeraten, das Nordkapp im Sommer zu besuchen; das Wetter ist oft deutlich schlecht als gut. Magerøya selbst hat auch einiges mehr zu bieten als nur das Kap. Bei gutem Wanderwetter kann man sicher eine Woche hier verwandern und hat immer noch nicht alles gesehen. Ein Besuch hier oben ist sehr empfehlenswert!!!

 

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