Pasviktrail... mein erstes Rennen

Kein Rennen ohne Vorbereitung. Futter muss kleingeschnitten und portioniert werden. Blue passt auf, dass nix daneben geht.

 

Hier baue ich Ersatzleinen. Schön, wenn man dabei in der Sonne sitzen kann.

 

Die Kufen am Schlitten müssen ausgetauscht und gewachst werden.

 

Die Zugleine wird kontrolliert und beschädigte Stücke ersetzt. Soll ja auch ein bißchen schön aussehen...

 

Auf dem Weg zur Rennbesprechung und gleichzeitig Versiegelung vom Notfallhundefutter. Muss man seine Notration öffnen, ist man disqualifiziert. Überleben hat eben seinen Preis. ;-)

 

Bevor wir zum Rennen aufbrechen, dürfen die Hunde nochmal kurz frei laufen. Wenn einer nicht ganz fit ist kann man das sehr schnell feststellen. In unserem Fall war aber alles in bester Ordnung.

 

Der Start auf dem Førstevann in Kirkenes. So langsam realisiere ich, dass es wirklich bald los geht und dass das alles real ist.

 

Startnummer 49 - in diesem Jahr noch keine ernst zu nehmende Konkurrenz... Die Betonung liegt auf noch. Ich hoffe es werden noch viele Rennen folgen.

 

Trine und ich packen den Schlitten. Ersatzklamotten, Notfallessen für die Hunde und mich, Wasserkocher, Brennstoff, Karte, Kompass, normale Wegzehrung, Snacks, usw. Der hintere Teil bleibt frei, damit man verletzte Hunde in den Schlitten setzen kann. Zum Zeitpunkt des Starts hatte ich noch die Hoffnung, dass es nicht nötig sein würde...

 

Das Dream-Team von Sollia. In den Nebenrollen Trine, Niels und ich. In den Hauptrollen meine 8 tollen Hunde: Wicki, Astrid, Fauske, Bambi, Ylvi, Flekken, Loke und Armani!

 

Loke und Armani wollen jetzt endlich los. Ich auch. Aber leider müssen wir warten, bis wir dran sind.

 

Kurzer Gänsehaut-Moment vor dem Start. Gleich... Nicht mehr lang...

 

 

Endlich auf dem Trail!!! Da war die ganze Aufregung dann vorbei. Plötzlich macht man wieder das, was man jeden Tag vorher gemacht hat. Man guckt seinen Hunden beim Laufen zu, hängt seinen Gedanken nach und läuft jeden Berg zusammen mit den Hunden hoch, um es ihnen so leicht wie möglich zu machen und ist dabei einfach nur glücklich. Die schlimmen Kopfschmerzen auf der ersten Etappe versuche ich nachhaltig auszublenden!

 

Kurz vor Elvenes. Also noch ca. 85 km bis zum nächsten Etappenziel.

 

Hier verlässt man den Wald und fährt die letzten 20 km auf dem Pasvik Fluß, der die Grenze zwischen Rußland und Norwegen markiert. Die Hunde haben bis zum Fluß nicht wirklich einen guten Rhythmus finden können. Aber ab hier ging es deutlich besser. Wicki fand seinen Ehrgeiz wieder. Überholen ist ein Traum mit diesem Hund im Lead. Man merkt ihm genau an, dass er weiß, worum es geht. Er kann das Kommando zum links ausscheren kaum abwarten. Man kann ihm das fette Grinsen sozusagen ansehen. Guter Bub!

Leider hab ich diesen Abschnitt als sehr negativ im Gedächtnis. Mein Schädel war zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Explosion.

 

Während das Team und ich uns Richtung Vaggatem quälen nutzen Trine und Niels die Wartezeit für Sightseeing und nen Spaziergang mit den beiden Maskottchen. So brave Pinschlinge. Die haben das alles ganz souverän mitgemacht und sich von ihrer besten Seite gezeigt. Ich bin so glücklich mit diesen beiden Jungs. Wenns drauf ankommt, kann man sich eigentlich immer auf sie verlassen.

 

Trine hat den Depotsack vorbereitet. Dort ist das Futter für die Hunde drin, Decken, Mäntel, Ersatzsocken und Massagegel für müde Hundebeine.

 

Checkpoint Neiden
Checkpoint Neiden

Da ich erst nach Einbruch der Dunkelheit in Vaggatem angekommen bin, gibt es keine Fotos.

In Vaggatem habe ich ca 3 Stunden Pause gemacht. Die zweite Etappe war nicht so schön. Nach ner Weile durch Wald und Sumpf fahren erreichten wir die finnische Grenze. Ein Berg nach dem nächsten. Man läuft zwar alle Berge mit hoch, aber eigentlich weiß man gar nicht, wie man den Nächsten schaffen soll. Man ist müde, die Beine sind schwer und ständig hat man die Konkurrenz im Nacken. Und zu allem Überfluss ist der Schlauch von meinem Camelback auch noch eingefroren. Als es am nötigsten war gab es also keine Möglichkeit zum Trinken ohne extra anzuhalten. Dann fing Wicki auch noch an zu schwächeln. Blieb immer stehen. Irgendwas war komisch. Da ich wusste, dass es bis zum nächsten Stopp in Neiden nicht mehr so lang war, hab ich angehalten, und Wicki und Ylvi die Socken ausgezogen. Da die beiden ihre Daumenkrallen noch haben, scheuert das immer mal ein bißchen wenn sie zu lange ihre Socken anhaben. Bei diesem Stopp musste ich dann leider feststellen, dass Astrid braun gepinkelt hat. Also nix wie raus aus dem Team und ab in den Schlitten. Kaum weitergefahren humpelte Wicki sehr stark. Also Wicki auch in den Schlitten. Was ihm überhaupt gar nicht gepasst hat. Er hat sich gewunden wie ein Aal, rumgefiepst und letztendlich dafür gesorgt, dass eine Seite des Reißverschlusses am Schlitten ausgerissen ist. Schön. 2 Hunde im Schlitten wovon einer alles getan hat, um das zu ändern. Ich war sehr froh und glücklich, als wir endlich im Checkpoint angekommen waren.

 

Für Astrid und Wicki war das Rennen dann hier vorbei. Die haben noch Futter bekommen und dann hab ich sie zum Auto gebracht. Astrid wurde gleich medizinisch versorgt und nach nem Schmerzmittel und jede Menge Wasser ging es ihr ein paar Stunden später wieder deutlich besser. Arme kleine Rennmaus. Sie hat sich so tapfer geschlagen, aber durch die Welpen im November war sie trainingstechnisch im Nachteil.

 

Endlich schlafen!!!

 

 

Langsam bereiten wir uns auf die Weiterfahrt vor. Das heißt, etwa 1.5 Stunden vor dem Start müssen die Hunde nochmal Wasser bekommen. Und natürlich ein bißchen Zuspruch, Kuscheln und Massieren.

 

 

Nach dem Wässern geht nun auch Wicki zum Auto. So schade dass er sich verletzt hat, ich hätte ihn wirklich gern mit ins Ziel gebracht. Er ist einfach ein guter Hund. Auch wenn er streckenweise ein bißchen faul ist, so setzt er doch zuverlässig jedes Kommando zügig um.

 

 

Müde aber glücklich. Wobei die Vorstellung, mit nem notdürftig geflickten Schlitten, bei dem zusätzlich noch eine Kufe verbogen war, schon interessant war. Aber wegen sowas aufgeben ging irgendwie auch nicht. Irgendjemand hätte mich schon gerettet wenn ich unterwegs liegen geblieben wäre. ;-)

 

Als eine der letzten beiden Fahrer, die auf die letzte Etappe gehen mache ich mich auf den Weg zu den Hunden. Freue mich auf die Strecke. Diesen Teil kannte ich nämlich noch gar nicht.

 

 

Mit den letzten 6 müden Kriegern fahren wir von Neiden los. Ylvi und Fauske im Lead, Bambi und Flekken allein und Armani und Loke im Wheel. Auf dieser Etappe hab ich sehr viel rumspielen müssen mit den Hunden. Wer auf welcher Position am besten läuft war nicht ganz so leicht herauszufinden. Am End haben Ylvi und Loke mich ins Ziel gebracht. Wobei es Ylvi war, die immer weitergelaufen ist. Eine ganz tolle Hündin!

 

 

Am End haben wir Platz 21 von 29 erreicht. Ich bin sehr sehr stolz auf mein Team, dass sie mich ins Ziel gebracht haben. Die letzten 30 km waren der Hammer. Da wussten sie, dass wir jetzt bald daheim sind. Und da sind sie gelaufen. Da hat sich dann gezeigt, was wir können. Berghoch laufen und immer weiter laufen. Das ist letztendlich das, was wir hier jeden Tag mit unseren Gästen machen. Der Muskelkater am Tag drauf war auch dementsprechend. Es gab eigentlich nix, was nicht wehgetan hätte.

 

Fazit: Das macht süchtig. Ich will mehr!!!

 

 

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