Kurzurlaub in Mo i Rana

17. August

Kaum zu glauben, aber nach 6 Jahren ist es soweit - der Urlaub in Mo i Rana bei Stefan kann beginnen. Direkt nach der Arbeit hole ich Lennox ab, eine 9 Wochen alte Husky Hündin, die zukünftig in Kiruna leben soll.


Daheim fliegt das Gepäck ins Auto, ich hüpfe unter der Dusche durch und um 15.15 geht die große Fahrt los. Der Rest des Rudels wird im Laufe des Nachmittags von eben diesem Freund abgeholt, der mir Lennox anvertraut hat. Also Urlaub auf der ganzen Linie. Lennox ist eine sehr angenehme Begleiterin. Nachdem die erste halbe Stunde ordentlich was los war, hat sie eingesehen, dass der Mann im Radio lauter reden konnte, als sie bellt. Da ich ganz viele Pausen gemacht hab, ging rein gar nix in die Kiste, alle Geschäfte wurden ausschließlich draußen erledigt.

Abends spät habe ich endlich Finnland hinter mir gelassen und die schwedische Grenze bei Pajala passiert. Das frühe Aufstehen fordert nun seinen Tribut. Ein geeigneter Platz ist im Handumdrehen gefunden und wir konnten uns für die Nacht richten.

 

Die Jungs hatten die Rücksitzbank für sich und Lennox hat sich auf meinem Bauch ordentlich breit gemacht. Ein wenig Schlaf hab ich doch bekommen, aber viel wars nicht. Im ersten Morgengrauen zieht Lennox also wieder in ihre Kiste um und wir rollen Kiruna entgegen.

 

Montag, 18. August

Nachdem das Hundekind sicher im neuen Zuhause abgeliefert wurde und ich hemmungslos Schlittenhundezubehör eingekauft habe geht es um 11.15 weiter. Die Strecke zieht sich lang und länger und abends um 21.00 bin ich endlich endlich da!!!

Die Jungs freuen sich riesig über ihren alten Papa und sind wohl auch froh, dass die Fahrt zu Ende ist.

 

Dienstag, 19. August

Herrlich, so eine Nacht in einem richtigen Bett! Nach einem späten Frühstück checken wir die Wettervorhersage für die Woche und richten unsere Wanderpläne danach aus. Heute also Sonnenschein - nix wie raus! Wir wollen auf den Hauknestind rauf. Dort haben wir vor 6 Jahren mehrere Wochen in einem Zelt gelebt, gelitten und gearbeitet. Ob Blue sich wohl noch erinnert???

 


Es hat sich rein gar nichts verändert. Sogar das obligatorische Schiff fährt den Rana-Fjord entlang. Da weit und breit keine Schafe zu sehen sind, darf Devil sogar frei laufen. Eine größere Freude konnten wir ihm gar nicht machen.

 


Natürlich muss man auch ein bißchen Quatsch machen. Und da sind die Jungs sicher die letzten, die nicht mitmachen würden! Also wie wäre es mit einem kleinen Tänzchen auf dem Gipfel???

 



Nach dem Tanzen muss es dann leider wieder Ernst werden, denn ich habe schließlich immer Bedarf an besonderen Bildern!

 


Als wir fast wieder am Auto sind, müssen wir einen kleinen Bach überqueren. Das geht natürlich nicht einfach so, wenn man Blue dabei hat. Dieser Hund muss im falschen Körper geboren worden sein. Eigentlich hätte es ein Seehund werden müssen!

 

Mittwoch, 20. August

Heute besichtige ich Stefans Arbeitsplatz - Rana Gruber, eine Eisenerzmine. Wir beginnen mit einer Rundfahrt unter Tage. Zwischen Sightseeing unter und über Tage nutzt Stefan das einzige Starkregenfenster des Tages, um ein paar Proben fürs Labor zu nehmen. Die Jungs und ich bleiben kameradenschwein-schaftlich im Auto sitzen. Kaum ist der Regenschutt vorbei, sind auch weitestgehend alle Proben im Eimer. Sightseeing im Steinbruch kann also weitergehen.

 

Donnerstag, 21. August

Zur Abwechslung heute mal weniger Hundebelustigung, dafür Shopping-wahnsinn in einem riesigen Sport- und Outdoorladen. Plötzlich im Paradies gelandet kann ich da nur sagen.

Da wir leckeren Kuchen backen wollen, müssen wir uns noch  frische Blaubären fangen. Im auserkorenen Jagdgebiet ist leider schon recht viel abgeerntet und wir kommen nur sehr langsam voran. Nicht zuletzt deshalb, weil Blue bei jeder gepflückten Beere denkt, die ist allein für ihn und man wirft sie sicherlich jeden Moment. Alle, die Blue kennen wissen, wie ausdauernd er bellend und fiepsend um einen herum und an einem hoch hüpfen kann.

 


Freitag, 22. August

Während Stefan morgens ein bißchen Arbeitet, faulenze ich mich so durch den vormittag.

Mittags machen wir einen Spaziergang im Naherholungsgebiet von Mo i Rana, im Klokkerhagen. Solche Spaziergänge sind immer mit ein bißchen Stress verbunden, weil sowohl die Jungs als auch ich mehr und mehr verwildern. Und plötzlich sind da Radfahrer, Jogger, andere Leute mit Hunden... Man muss immer ein bißchen auf der Hut sein, denn eigentlich herrscht ja Leinenzwang... somit rechnen die Radfahrer nicht unbedingt mit Hunden, die munter durch die Gegend flitzen. Man will schließlich weder, dass sein Hund überfahren wird noch möchte man, dass sie negativ auffallen. Also kramen wir im Hinterstübchen nach fast vergessenem guten zivilisiertem Benehmen.

 

Abends kommt ein Arbeitskollege von Stefan, der gleichzeitig ein gemeinsamer Bekannter ist, zum Essen vorbei. Es gibt Rentier-geschnetzeltes mit Ofenkartoffeln und Rotkraut. Sehr schmackhaft...

 

Samstag, 23. August

Heute steht eine Tagestour zum Tortenvikstind auf dem Programm. Ein kleiner Berg mit etwas mehr als 1000m Höhe direkt an der schönen Helegelandsküste. Die Sonne lacht vom Himmel, die Rucksäcke sind gepackt mit allerlei Köstlichkeiten, unter anderem frisch gebackener Käsekuchen mit Blauären.

 

Der erste kleine Stopp ist an der Tortenvikskøta, einer kleinen Grillhütte in direkter Nachbarschaft zu kleinen Seen mit natürlichen Wasserrutschen. Ein Paradies für den Seehund! Bevor wir also den Berg erklimmen wird ausgiebig geschwommen!

 



Nach der Erfrischung beginnt also der anstrengende Teil der Wanderung. Es gibt keinen Weg, nur nackter Felsen mit kleinen Vegetationsinseln, bzw. Pfützen. Wir schlängeln uns immer höher hinauf und nach ein paar Stunden erreichen wir ein kleines Plateau, wo wir Mittagspause machen.

 


Da oben wollen wir hin!

 

Endlich oben! Wir werden mit einer gigantischen Aussicht über die Helgelandsküste belohnt!!!

 


Der Abstieg war besser als erwartet. Die typischen Schmerzen in den Knien waren erträglich und so steil wie es beim Aufstieg aussah, war es dann glücklicherweise doch nicht.

 

Wir waren aber doch sehr froh, als das Auto in Sicht war und eine TK-Pizza im Gefrierfach auf uns gewartet hat.

 

Sonntag, 24. August

Heute ist Ruhetag. Blue hat sich die hinteren Ballen ein bißchen wund gelaufen und auch wir haben schwere Beine.

Wir gönnen uns also ein Frühstücksbuffet im Rica Hotel. Nach dem reichhaltigen Frühstück rollen wir nach Hause, wo wir auf dem Sofa versacken. So schnell war die Woche dann auch schon rum und ich habe abends schweren Herzens meine Sachen zusammengepackt. Die lange Rückfahrt trug auch nicht grade zur allgemeinen Motivation bei.

 

Montag, 25. August

Um kurz nach 8 verlassen wir 3 Mo i Rana. Wir fahren und fahren... Überwiegend ist das Wetter gut und das Verkehrsaufkommen ließ ein zügiges Vorwärtskommen zu! ;-)

Irgendwann abends, es war schon recht dunkel, haben wir auf einem altbekannten Rastplatz am Inarisee angehalten. Dort hat sich Blue seit langem mal wieder einen richtigen Faux-pas geleistet. Schmatzend und schluckend machte er sich gierig über Menschenkacke her. Er stank widerlich und als ich ihn von seinem Haufen wegzog, hat er mir was an den Ärmel geschmiert. Bäh.

 

Mitten in der Nacht war ich endlich endlich daheim und konnte wohlverdient in mein Bett fallen!!!

 

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Die Mamula (Mittwoch, 03 September 2014 21:29)

    So eine schöne Zeit für euch! Danke, dass du sie mit uns geteilt hast!

  • #2

    Der Pat (Freitag, 05 September 2014 05:42)

    Sitze beim Frühstück und vergesse gerade komplett die Zeit beim lesen! Schöner Reisebericht! LG

  • #3

    Alina vom Rebtal (Freitag, 03 Oktober 2014 12:11)

    Hallo, Papa Devil;
    endlich hat Ilona mir euren Reise- / Urlaubsbericht vorgelesen....
    freu`mich für euch und DANKE für super Bilder / Eindrücke.
    Wünsche eine schöne, gute Zeit mit
    hundlichen und menschlichen lieben Grüßen
    Alina bei Ilona